James Bond 007: Blood Stone

Spielen auf Schienen, das ist in etwa das Gefühl, das einen von Anfang an begleitet, wenn man das neue James Bond Blood Stone spielt. Kurz zusammengefasst: Null Innovation, null Schwierigkeit, null Grafik. Alles, was man sieht, ist irgendwo geklaut oder einfach schlecht kopiert. Ich hatte seit langem wieder mal wirklich Bedenken ein Spiel fertig zu spielen, weil es mich teilweise so gelangweilt hat.

Aber beginnen wir doch am Anfang: Die ersten Minuten sind ja recht spaßig und es kommt auch sowas wie 007-Stimmung auf. Das Intro ist direkt im Game und wird selber gespielt. Wie von den Bond-Filmen gewohnt, kommt der Titelsong und eine kunstvolle Animation erst nach den ersten Szenen und die eigentliche Story beginnt danach.

Steuerung – Alles Banal

In dieser ersten Sequenz wird man sehr rudimentär in die Steuerung eingeführt, das heißt man lernt zu Prügeln und zu Schießen – und das war’s vorerst auch schon. Später im Spiel bekommt man noch ein Smartphone, mit dem man ALLES sieht und das auch noch kurz erklärt wird, aber dazu später mehr. Diese kurze Einführung in die Steuerung reicht vollkommen aus, da das Spiel absolut keine Ansprüche an niemanden stellt. Die einzige Herausforderung des Spiels ist es, die richtige Deckung zu wählen, aus der man dann alle Gegner aufs Korn nehmen kann oder in der man einfach nur wartet bis ein Gegner um die Ecke schaut und ihn dann mit einem Drücker auf eine Taste verprügelt.

Ja genau, ihr lest richtig, die Prügeleien, die in den Teaservideos alle so super cool ausgesehen haben, machen wirklich nichts mehr als super cool auszusehen. Alle Attacken von „Hand“ lassen sich mit einem  einzigen Drücker auf eine Taste auslösen. Danach seht ihr ein Quick Time Event, das den Gegner beseitigt und in dem ihr unsterblich seid. Dann geht es weiter mit der sinnbefreiten Ballerei. Eine andere Taste lässt euch in die Deckung hechten, in der ihr ebenfalls nicht zu verwunden seid, außer ein Gegner ist ausnahmsweise mal so gescheit, dass er eure Deckung umläuft, was aber nur passieren kann, wenn ihr kurz mal auf dem WC seid und einfach keine Lust hattet die Pause-Taste zu drücken.

Aber noch nicht genug: Als zusätzliche Erleichterung habt ihr die Fokus-Funktion. Wenn ihr Gegner wie eben beschrieben mit der Hand ausschaltet, laden sich maximal drei Fokuspunkte auf. Mit jedem Fokuspunkt könnt ihr nun einen Gegner killen, ohne dass der reagieren kann. Diese „instant kill“-Funktion erinnert stark an das letzte Splinter Cell, mit dem Unterschied, dass ich als Bond nicht von der Decke hängen kann. Dann hab ich noch das Smartphone. Mit dem kann ich durch Wände sehen und alle Gegner entdecken, es zeigt mir, wie ich durch das Level komme, welche Fässer und Flaschen explodieren wenn ich drauf schieße und was überhaupt beschießbar ist. Wenn man bis jetzt noch einen Funken an Spannung und Schwierigkeit gefunden hat, dann ist er nun im Smartphone untergegangen.

Back to the 70’s

Kommen wir zur Grafik und Technik. Die ist teilweise so grottenschlecht, dass ich an einigen Stellen verwundert stehen blieb, in die Runde geschaut habe und mich gefragt habe, ob die Entwickler das wirklich ernst meinen. Ein kleines Beispiel: in einer Mission befinde ich mich in Nizza und laufe durch einen Park, während über dem Meer ein Feuerwerk abgebrannt wird. Im Park stehen Leute herum, die das Feuerwerk betrachten. Das tönt doch eigentlich ganz nett – nur, dass die Feuerwerksgrafik so schlecht ist, dass mir fast das Mittagessen wieder hochgekommen ist.

Die Explosionen am Himmel sehen doch echt aus als wenn sie aus Pong und den 1970ern entsprungen wären – es sind nur Pixel, die in den Himmel gezeichnet werden. Mir ist da gerade ein alter Screensaver in den Sinn gekommen, der mal vor 1o Jahren auf allen SUN Solaris (UNIX) Rechnern als Standard installiert war, nur dass dieser schon komplexere Animationen hatte als James Bond Blood Stone heute 2010 bietet. Dazu kommen noch die Audiokommentare der NPC’s im Spiel, die gerade mal 2 Sätze drauf haben. Einer lautet sinngemäss: „Ach wie schön ist doch das Feuerwerk“. Der andere: „Ich liebe solche Abende“ (der genaue Wortlaut ist mir leider aus Langeweile entfallen). Diese beiden Sätze werden nun bis zum Erbrechen wiederholt, wenn man neben den NPCs stehen bleibt. Also bitte, Activision Blizzard und Bizarre Creations, das kann doch nicht euer Ernst sein.

Gib Gas und es lässt Krachen

So, nun zu dem einzigen Guten, was ich an dem Spiel lassen kann. Die Verfolgungsjagden. Diese sind wirklich gut inszeniert und machen auch Spaß. Man fühlt sich zwar immer wie in einem Split/Second Rennen, weil alles rundherum in die Luft fliegt und sich die Strecke teilweise vor den eigenen Rädern in Luft auflöst, aber das macht nicht viel aus. Die Steuerung ist zwar nicht so gut, wie bei einem reinrassigen Rennspiel, aber sie ist durchaus mit einem x-beliebigen Arcade Racer zu vergleichen. Die Grafik wirkt auch gleich viel schöner in den Renneinlagen und nicht mehr so platt und texturarm wie im Rest des Spiels. Leider gibt es im ganzen Spiel nur 4 oder 5 solcher Verfolgungsjagden, aber in diesen Szenen merkt man, dass der Entwickler Bizarre Creations früher für Project Gotham Racing und im laufenden Jahr auch für Blur Verantwortung zeigte. Sie hätten sich evtl. besser auf das konzentriert, was sie schon gut können und weiterhin Rennspiele produzieren sollen.

Bösewicht, Ober-Bösewicht, Ober-Ober-Bösewicht… Wer behält da noch den Überblick?

Gehen wir noch kurz auf die Story ein: Die beginnt irgendwie ganz gut für einen Bond, hat dann in der Mitte eine komische Wende, die ich nicht nachvollziehen kann und am Schluss im Epilog wiederholt sich das Ganze nochmals. Ich habe zwar nicht begriffen, warum in der Hälfte des Spiels der Bösewicht stirbt und dann urplötzlich aus dem Nichts ein Neuer auftaucht und das am Schluss nochmals. Beides wird nicht erklärt oder durch Bond recherchiert, er weiss es einfach… Aber er ist ja James Bond, 007, Agent des MI6 und das war ja früher schon oft so. Alles in allem kann ich aber sagen, dass die Story nicht besser oder schlechter ist, wie man es von Bond halt gewohnt ist. Die einen lieben es, die anderen nicht, PUNKT.

Was mich aber echt stört ist, dass ich bis heute keine Ahnung habe, warum das Game „Blood Stone“ heisst. Der Name hat absolut nichts mit der Story zu tun (oder nichts, das ich mitgekriegt hätte. Falls doch, belehrt mich doch bitte in den Kommentaren eines besseren). Soviel ich weiß, hätte der nächste Film „Blood Stone“ geheißen, wenn nicht MGM das Geld ausgegangen wäre. Inwieweit sich die Story des Games mit der des Films gedeckt hätte, weiß ich leider nicht. So wie es jetzt steht, ist Blood Stone einfach nur ein „cooler“ Name, aber nichts weiter.

Fazit

Blood Stone als Titel vom Grabbeltisch ist für Fans von James Bond ein Blick Wert, aber auch nur, wenn man gerade auch wirklich nichts anderes mehr zum Spielen hat und sicher nicht als Vollpreistitel. Alle anderen: Lasst die Finger davon. So leid es mir tut und auch wenn ich nicht weiß, wer wem genau welchen Auftrag vergeben hat, aber unter diesen Umständen verstehe ich, dass Activision Blizzard das Studio Bizarre Creations schließen oder verkaufen wollen, wie diese Woche bekannt wurde. James Bond Blood Stone war leider gar nichts.

ANMERKUNG: Dieses Review ist auch auf meiner Partnerseite meplaying.de erschienen.

Singularity

Was passiert, wenn man Half Life 2 mit S.T.A.L.K.E.R kreuzt, noch einen Schuss Bioshock hinzufügt und mit Uncharted 2 abschmeckt? Singularity! Kurz, ich liebe das Spiel und kann es jedem Shooterfan empfehlen, der gerne wieder mal einen Titel ohne übertriebenem Pathos und mit Atmosphäre spielen würde.

Aber beginnen wir doch einfach am Anfang…

Story

Singularity spielt in einer fiktiven Vergangenheit/Gegenwart in der die Sowjetunion der amerikanischen Atombombe etwas mächtigeres entgegensetzen wollte und 1941 bei Schürfarbeiten auf der Insel Katorga 12 im Bering Meer ein neues chemisches Element entdeckt. Das Element wird kurzerhand E99 getauft und kann erstaunliches. Auf der einen Seite können durch E99 unvorstellbare Energien erzeugt und nutzbar gemacht werden. Auf der anderen Seite birgt das Element aber auch ein ungeahntes Zerstörungspotential, lässt organische Stoffe mutieren und beeinflusst den Zeitstatus von allem was damit in Kontakt gerät. Die Sowjetunion scheut keine Mühen und baut auf Katorga 12 kurzerhand eine grosse Forschungsstation um E99 zu erforschen und eine Waffe zu entwickeln. Es werden hunderte Wissenschaftler und Arbeiter mit ihren Familien nach Katorga 12 geholt. Die Anlage wird von Dr. Nikolai Demichev geleitet. Dr. Victor Barisov ist ist der Chef der Forschungsabteilung und entwickelt in den 50er Jahren ein Gerät mit dem sich die Zeit manipulieren lässt. Demichev will das Zeitmanipulationsgerät (ZMG) an Menschen testen, was Barisov aber entschieden ablehnt. Barisov entscheidet sich dafür, das ZMG im Geheimen weiterzuentwickeln und Demichev nichts davon zu erzählen.

Zeitsprung: In der Gegenwart ist Captain Nathaniel Renko (unser Alter Ego) als Mitglied einer amerikanischen Spezialeinheit auf dem Weg nach Katorga 12 um die Insel zu untersuchen, nachdem ein Spionagesatellit  beim überfliegen der Insel ausgefallen ist. Beim Anflug auf Katorga 12 geraten sie plötzlich in eine Zeitwelle und stürzen ab…

Hier beginnt das Spiel und mehr wird hier auch nicht verraten.

Gameplay (Testsystem PS3)

Das Spiel fühlt sich sehr „flüssig“ an. Die Steuerung ist gut durchdacht und alles klappt einwandfrei. Die Tasten und Knöpfe sind teilweise mehrfach belegt und trotzdem wird die Steuerung nie zu Schwierig und ist sehr intuitiv zu handhaben. Der Schwierigkeitsgrad ist für Hardcore Zocker wie auch Gelegenheitsspieler gut einstellbar, wobei gewisse Passagen schon fast etwas zu leicht erscheinen. Im Grossen und Ganzen kann man sagen, dass Singularity ein guter neuer „oldschool“ Shooter ist. Man ist immer auf der Suche nach Munition, Medipacks und allerhand E99 Energie, die als Währung für Upgrades der Waffen eingesammelt werden kann. Die Gesundheit muss von Hand per Medipack aufgefüllt werden bevor der virtuelle Tod eintritt.

Waffen, die die Gegner fallen lassen, können jederzeit aufgenommen werden oder als Munition eingesammelt werden falls man die gleiche Waffe schon in der Hand hat. Es können zwei Waffen gleichzeitig mitgeführt werden, verschiedene Waffenklassen gibt es nicht. Man kann also ohne weiteres ein Sturmgewehr und eine Schrotflinte mitführen und auf die normale Pistole verzichten. Die Sniperwaffe macht in den meisten Levels nicht viel Sinn, da sich die Levels oft nicht auf grossen offenen Flächen abspielen sondern eher in engen Gängen und kleineren Aussenarealen. Dort wo ein Sniper nützlich ist, liegt immer auch einer irgendwo herum. Die Schrotflinte passt da schon viel besser als Zweitwaffe und Mutantentöter in den Rucksack. Munition ist immer genügend vorhanden und sollte eigentlich nie das Problem sein. Falls sie doch mal knapp wird, hat Renko noch die Möglichkeit einen Nahkampfangriff auszuführen (Anfangs mit Messer, danach mit dem ZMG).

Das ZMG kann einerseits als Waffe benutzt werden indem man Gegner schnell altern und zu Staub zerfallen lassen kann. Andererseits kann man damit viele Objekte verjüngen oder altern lassen und diese Objekte auch als Waffe oder Hilfsmittel für Hindernisse brauchen. Beispiel: Kleiner Spalt zwischen Boden und Falltüre, so kann ich nicht durchkriechen. Alte zusammengedrückte Kiste in den Spalt. Kiste verjüngen > faltet sie auseinander > drückt Türe nach oben. Jetzt kann man durchkriechen, ganz einfach. Weitere Funktionen des ZMG sind eine Zeitblocker Kugel, eine Wegfindungshilfe (Ping), ein Antigravitationswerkzeug und eben ein Nahkampfimpuls der gegen Gegner verwendet werden kann. Die Zeitblocker Kugel ist sehr interessant und hilft oft weiter. Diese Kugel bildet einen Kugelbereich rund um eine aufgetroffene Stelle in dem die Zeit zum Stillstand kommt. Renko kann sich als einziger darin bewegen und auch auf Gegner schiessen. Nachdem der Effekt abklingt erreichen die Kugeln das Ziel und die Gegner fallen gleich Reihenweise um. Macht viel Spass und hilft bei grossen Gegnermassen ungemein.

Man findet über die Levels verteilt auch immer mal wieder Waffenupgradepacks die es einem erlauben die Waffen, die man trägt, zu verbessern. Hierbei ist es am besten, wenn man sich auf einzelne Waffen spezialisiert, da es einfach zu wenig solche Upgrades gibt um alle Waffen hochzuleveln. Diese verbesserten Waffen führt man dann meistens auch mit sich herum. An den immer mal wieder auftauchenden Waffenschränken kann man seine Ausrüstung verändern, Waffen upgraden und Munition kaufen. Später findet man auch spezielle Schränke bei denen man das ZMG upgraden kann.

Die Grafik ist durchwegs gelungen, sie ist zwar nicht ganz auf der Höhe der Zeit, aber wirkt auch nie so platt, dass es mühsam wäre das Game zu spielen. Einige Effekte sehen sogar sehr gut aus und können mit aktuellen Grafikwundern sicher mithalten. Die Physikenggine macht einen guten Job und erfüllt ihren Zweck jederzeit.

Stimmung und Atmosphäre

Wirklich neu macht Singularity nicht viel. Die Entwickler haben sich Ideen zusammengeklaut, dass sich die Balken biegen. Aber vielleicht ist es genau das, was das Spiel so gut macht. Nach dem Moto „besser gut geklaut als schlecht erfunden“ finden sich viele Szenen, in denen man sich denkt, hmmm… bin ich jetzt plötzlich in Half Life 2 gelandet? So werden zum Beispiel viele Szenen durch gescriptete Sequenzen eingeleitet und auch die Gegnertypen sind teilweise sehr ähnlich wie einige Bekannte aus Half Life.

Überall in den Levels verteilt findet man Notizen und Tonbandgeräte mit kurzen Meldungen aus den 50er Jahren von Wissenschaftlern die auf Katorga 12 gearbeitet haben. Dies haben wir auch schon in Bioshock gesehen und auch dort hat es viel zur gelungenen Atmosphäre beigetragen.

An diversen Stellen stehen alte Filmprojektoren herum auf denen Propagandafilme laufen, die auch sehr gut aus Fallout 3 stammen könnten.

Das ZMG erinnert manchmal doch sehr stark an das Gravitron von Gordon Freeman. Es sieht zwar ganz anders aus, kann aber durch die Verwendungen oft damit verglichen werden.

In der Mitte des Spiels gibt es einen Bosskampf der sofort an Lost Planet denken lässt. Zwar ist das Vieh nicht so riesig, aber es hat auch orange Stellen am Körper die man fortlaufend beschiessen muss.

Die Stimmung leidet aber gar nicht unter dieser Kleptomanie. Ganz im Gegenteil, die Mischung der Elemente ist sogar äusserst gut zusammengesetzt. Gepaart mit einer guten Prise Selbstironie und einem stets lustig und nostalgisch wirkenden Sowjetpatriotismus bringt es Singularity fertig, dass ich mich in der fiktiven Welt wohl fühle und das Spielen zu einem stimmigen und atmosphärisch gut abgestimmten Erlebnis wird.

Fazit

Singularity klaut alles zusammen was nicht niet- und nagelfest ist. Trotzdem oder gerade deshalb ist es für mich der beste Shooter des laufenden Jahres und eines der besten Spiele die ich 2010 gespielt habe. Die Langzeitmotivation ist hoch, da das Spiel taktisch sehr verschieden gespielt werden kann und es den Sammeltrieb anregt. Die enthaltenen Trophys oder Achievments machen Sinn und sind teilweisse so gut platziert, dass ich immer mal wieder schmunzeln musste. Da gibt es zum Beispiel eine Trophy wenn man „That Wheel“ gefunden hat. Dabei geht es um einen kleinen versteckten Raum in dem man ein Medipack findet und dahinter steckt ein Rad in der Wand fest, das erstaunliche Ähnlichkeiten aufweist wie ein bekanntes Rad aus der Fernsehserie Lost, mit dem man eine ganze Insel verschieben konnte. Lost auf der Insel… Singularity auf der Insel… ich glaub mehr muss ich nicht mehr erklähren, sonst wird es blöd. Dieses Easter Egg ist cool und macht Lust auf mehr… viel Spass beim Suchen.

Ich finde es erfrischend, mal ein Spiel zu sehen, dass nicht zwanghaft versucht, alles noch besser, grösser, schneller, schöner zu machen. Singularity ist da von Anfang an ehrlich. Es ist ein Spiel, das Fans von anderen Spielen bedient und es trotzdem irgendwie hinkriegt, einen eigenen Stil zu entwickeln. Manchmal ist weniger eben mehr und geklaut eben besser als neu erfunden. Das ist auch bei den drei verschieden Enden des Spiels so. Der Spieler muss sich erst in den letzten 5 min. für eines der drei Enden entscheiden und kann danach auch einfach den letzten Speicherpunkt nochmals laden und die anderen Enden ausprobieren. Ich finde diesen Pragmatismus cool und freue mich jetzt schon auf einen eventuellen Nachfolger von Singularity.

Die Story hat erstaunlich viel zu erzählen für einen Shooter, die Atmosphäre ist stimmig, das Gameplay ist gut ausgewogen, die Grafik ist OK bis Gut… WAS WILL MAN MEHR. Ich werde Singularity auf jeden Fall noch ein weiteres Mal durchspielen und kann es jedem anderen Spieler auch empfehlen.

Pragmatismus

Auszeit im Westen…

Heia, drei Wochen nichts geschrieben und nur gespielt… oder war da doch auch noch anderes nebenbei los? Ich würde ja gerne wie alle anderen Gamer auch die ganzen Blockbuster vom Mai ausprobieren. Bis jetzt hat es bei mir nur Split Second bis in die Konsole geschafft und all die anderen Titel mussten warten, weil ich zuerst mehrere alte Spiele ausprobieren wollte.

Ich habe ja früher schon geschrieben, dass ich einige alte Titel zusammen mit meiner neuen PS3 gekauft habe um sie endlich mal zu spielen. Ich will also kurz darauf eingehen, was sich da so getan hat:

Ratchet & Clank: Tools of Destruction

Ich will mich ja nicht beklagen, aber das ist nun wirklich nichts für mich. Ich kann mir gut vorstellen, dass es Leute gibt, die diese Art von Spiel als Mischung zwischen Modern Warfare Action und Super Mario gerne haben, aber mich hat es nicht gepackt. Ich habe es wirklich versucht, nicht nur einmal, sicher drei mal habe ich mir Zeit genommen und bin mehrere Stunden hin gesessen (wenigstens beim ersten Versuch) und habe gespielt. Nun ja, es hat alles nichts gebracht. Ich bin offenbar kein Fan von Jump and Run in Kombination mit Balleraction. Aber hey die Erfahrung hat sich gelohnt und ich muss jetzt all die Nachfolger nicht mehr spielen, was auch mein Konto schonen wird.

Uncharted, Drakes Fortune

Ist sicher ein gutes Spiel, allerdings hatte ich nach den ersten paar Stunden schon ziemlich die Schnauze voll von den vielen, immer gleichen, stupiden Gegnern. Da merkt man, dass das Spiel ein erster Teil ist und sich die Entwickler beim zweiten Teil mehr überlegt haben. Auch der Jungle ist immer der gleiche… nicht, dass der nicht schön wäre, aber der zweite Teil der Reihe bringt da sehr viel mehr Abwechslung. Den Leute die noch keinen Teil gespielt haben kann ich sagen, man braucht den ersten Teil nicht um beim zweiten nachzukommen. Das einzige was die beiden Teile miteinander verbindet ist der Hauptdarstellen und zwei bis drei Nebendarsteller, die werden aber im zweiten Teil alle nochmals kurz eingeführt so dass keine Lücken in der Story entstehen. Der zweite Teil ist definitiv das bessere Spiel.

Battlefield Bad Company EINS

Hat mich positiv überrascht. Ich habe zuerst das BF BC2 auf dem PC gespielt und war wenig begeistert. Es war zwar lustig den 4 Typen bei ihren sprachlichen Ergüssen zuzuhören, aber sonst ist das ganze Spiel mehr oder weniger eine Kopie der Modern Warfare Titel einfach mit Lustig und ohne den ganzen Phatosscheiss. Da war ich dann doch gespannt auf den ersten Teil der ja exklusiv auf den Konsolen erschienen ist. Nach dem Durchspielen muss ich zugeben, der erste Teil macht viel mehr Laune, er bietet mehr Abwechslung, macht mehr Spass und die Dialoge sind auch irgendwie besser. Nur die ewige Heilspritze manuell setzten hat mich genervt. Da man diese Spritze ja immer hat und sie nicht mal auffüllen muss oder einsammeln oder sowas, macht es für mich absolut keinen Sinn und verzögert nur den Spielfluss. Dies ist aber ein kleines Detail und war ja früher bei vielen Shootern Standard (vgl. Medipacks), darum will ich jetzt auch gar nicht so darauf herumreiten.

Auszeit im Westen…

Nach den drei Spielen brachte ich dringend mal eine Pause und so habe ich mich kurzerhand entschlossen, das noch wartende Resistance 2 auf die Seite zu legen und mir erstmal eine Auszeit zu nehmen von all den alten exklusiv Titeln. Womit ich mir diese Zeit versüsse hat die/der gewitzte Leser/in natürlich schon lange herausgefunden. RED DEAD REDEMPTION lautet im Moment das Hospiz für alle müden Gamerbeine die sich gerne einfach mal ein bisschen von der Postkutsche durch die Gegend fahren lassen, einen kleinen Ausritt unternehmen oder ein paar Stunden am Pokertisch die Geldbörse lehren bzw. füllen wollen.

Ich habe jetzt ca. 3 Stunden im Westen verbracht und bin bis jetzt begeistert. Da 3 Stunden aber nichts sind im Vergleich zur Fülle die das Spiel bietet und ich auch die Möglichkeiten noch nicht mal annähernd erahnen kann, werde ich jetzt hier aufhören, mich wieder meiner Auszeit widmen und mich später wieder melden und evtl. nochmals ausführlich über RED DEAD REDEMPTION berichten.

So und nun muss ich gehen, denn es ist schon nach high noon und ich habe noch eine Verabredung zu einem Duell in Amarillo.

Howdy

Männerabende, Rauschmittel & #SplitSecond

Was, wenn man ein Wohnzimmer voll Männer, Rauschmittel und Rennspiele alleine lässt… oder kürzer: Split/Second Velocity im Belastungstest!

Das war schon früher so… damals gab es zwar noch kein Split/Second, dafür aber Mario Kart, Formel 1, Gran Turismo oder Project Gotham Racing. So ein Männerabend mit Bier, Whiskey, Tabak und anderen Rauschmitteln hat schon was für sich. Vor allem wenn man nicht mehr jünger wird und irgendwann die grosse 3 überschritten hat kommt früher oder später der Zeitpunkt, an dem man nur noch mit den Kumpels zusammen sitzt, wenn die Frauen auch dabei sind und sich auch alle artig zu beschäftigen wissen. In solchen Situationen reden die Männer meistens über die guten alten Zeiten und was wir doch alle für einen Heidenspass gehabt haben, früher. Nun, das war bei mir auch so… bis vor einem Monat. Wir haben es endlich geschafft und einen Männer-game-abend organisiert.

Was früher noch so auf die schnelle und innert Stunden am Mail oder Telefon möglich war, brauchte diesmal einen Monat Vorlaufzeit, damit sich alle Terminkalender abgleichen konnten und auch sicher kein wichtiges WM Spiel verpasst wurde und und und. Die alten Zeiten wieder aufleben zu lassen ist also schon mal nicht so einfach wie das früher war. Wir haben es dennoch geschafft und uns am vergangenen Wochenende, genauer vom Freitag auf den Samstag, getroffen und die Nacht durchgezockt. Einer der grössten Unterschiede zu früher habe ich dann festgestellt, als ich am Samstag um 14:00 an einer Hochzeit sein musste… ui ui ui solche wilden Sachen wie Hochzeiten… an einem Samstag… nach einem Freitagnachtzocken hatten wir früher aber nicht…

Geil war es trotzdem und Split/Second ist das ideale Game für einen solchen Anlass. Ja ich weiss, man kann Split/Second nur zu zweit im splitscreen Modus spielen und auf den Aufwand mehr als einen Fernseher und eine Konsole in einem Wohnzimmer zu vereinen hatten wir echt keinen Bock. Aber dazu muss gesagt sein, dass die Spielweise bei uns, was Rennspiele betrifft, immer schon etwas speziell gewesen ist. Wir spielen an solchen Abenden nach dem System „Weitergeben“. Jeder hat den Pad genau für ein Rennen in der Hand, egal was er mit dieser Chance anfängt oder nicht. Wenn du nun erster bist musst du weitergeben genau wie wenn du letzter bist. Das einzige was es nicht gibt, ist eine Strecke zu verlassen bevor wir nicht ZUSAMMEN erster geworden sind. Sprich wir spielen eine Strecke so lange bis es jemand endlich schaft, den ersten Platz rauszufahren. Das ist bei Split/Second schon schnell mal eine Herausforderung oder kennt ihr jemanden, der die Kampfheli Levels schon beim ersten mal hingekriegt hat?… Nun wir auch nicht…

Split/Second bietet aber die genau richtige Mischung aus Funracer, Action, Abwechslung und verschiedenen Anforderungen an verschiedene Spieler um den Abend zu einem Erfolg zu machen. Wir haben da zum einen die normalen Rennen, die funktionieren wie eine alte Partie Mario Kart, mit dem kleinen Unterschied, dass man keine Schildkrötenpanzer aufnimmt und abschiesst, sondern Powerplays herausfährt und damit die Strecke in die Luft jagt. Das Feeling ist aber vergleichbar mit einem Mario Kart und auf das kommt es an. Wo wir früher bei einem Formel 1, Gran Turismo oder auch Project Gotham Racing verzweifelt sind ab dem Realismus, haben wir in Split/Second eine ausgewogene Mischung aus Funracer mit einem Schuss iRealismus gefunden. Zu fahren ist das Spiel recht einfach und das hat man auch schnell mal im Griff. Durch die verschiedenen Modi kommen aber dennoch grosse Herausforderungen auf den Spieler zu die es zu bewältigen gilt. Die Modi sind: Normale Rennen (wie oben beschrieben), Detonator (Eine schnelle Runde schaffen, in der alles rundherum explodiert), Eliminator (nach einigen Sekunden wird jeweils der letzte Wagen explosiv von der Strecke entfernt, bis nur noch einer übrig ist), Kampfhelikopter (Ein Kampfheli greift die Strecke mit Raketen an und der Spieler muss ausweichen), Kampfschwertransporter (Lastzüge mit explodierenden Fässern müssen überholt werden) und Elite Rennen (das gleiche wie normale Rennen nur mit schwereren Gegnern). Wir haben schnell mal festgestellt, dass es Leute gibt, denen die einen Modi besser liegen als die anderen. So hatte ein Kollege schnell mal den Übernamen „Rocketman“ weil er die Kampfhelis einfach nur alt aussehen liess und ein anderer hatte sich bald mal auf die Detonator Rennen spezialisiert.

Das beste bei dieser Spielart ist, dass die anderen immer zeit haben die Rauschmittel zu halten und/oder vorzubereiten… Und da liegt aber auch der sprichwörtliche Hund begraben… Je länger der Abend dauert, desto rauschmittelhaltiger werden die Zustände der Spieler. Dies führt nach einem kleinen Reaktionshoch bei der maximalen Entspannungskurve zwangsläufig früher oder später zu einem Reaktionsfiasko gepaart mit Kopfweh und Sekundenschlaf am Gamepad. Wir mussten dann so ca. um 3:00 Uhr in der Frühe langsam aber sicher Abstriche hinnehmen bei unseren Platzierungsansprüchen. Plötzlich war dann auch ein zweiter oder dritter Platz ganz ok… nun ja, wir sind ja auch nicht mehr die jüngsten, oder?

Das beste an Split/Second ist dabei, dass das Spiel so Geiiiiil aussieht, egal welchen Platz man herausfährt. Es macht immer auch Spass einfach zuzuschauen und seine Powerups zu sammeln, bis man einen grossen Event auslössen kann und darauf die gefühlte halbe Stadt zusammenbricht und nach Jerry Bruckheimer Manier physikalisch Korrekt in ihre Einzelteile zerlegt wird.

Zusammenfassend kann ich folgendes sagen:

  • Split/Second sieht verdammt gut aus und macht einen Heidenspass
  • Wir sehen verdammt schlecht aus nach so einer Nacht
  • Hochzeiten nach Männerabenden kommen nicht gut…
  • und… Männerabende sollte es viel öfter geben.

Punkt