I’m not so enslaved

Jetzt mal ehrlich, wie findet ihr einen Film, der mitten in der Story anfängt, dem Betrachter nichts von der Vorgeschichte erzählt, eher langweilig beginnt, dann aber plötzlich Fahrt aufnimmt und am Ende einen zwar coolen, aber irgendwie doch nicht so befriedigenden Schluss hat?

Etwa so erging es mir mit Enslaved: Odyssey To The West. Zwar ein lustiges Spiel und auch schön erzählt, aber meiner Meinung nach nicht so gut wie es die Blogosphäre da draussen bis heute bewertet hat.

Warum genau ist die ganze Welt zerstört und (nur) noch von Mechs bewohnt die offenbar nichts anders tun können als „schlafen“ und „schlachten“? Ok ok… Ich gebe zu im Internet findet sich schnell die eher dürftige Vorgeschichte die erklärt, warum die Zivilisation am Ende ist und sich die Natur alles langsam zurückerobert und so. Aber hallo, haben diese paar Zeilen nicht mehr ins Booklet oder auf die Hinterseite der Spielhülle gepasst?

Sowas finde ich mühsam und es wäre das mindeste was man als Entwickler tun könnte um den Käufern den Einstig zu erleichtern. Noch besser wäre allerdings eine schön gemachtes Einstiegsvideo im Stil der anderen (wirklich guten) Cutscenes im Spiel. Warum ist es so schwierig, kurz zu erklären woher das Sklavenschiff mit Monkey und Trip kommt, wann und unter welchen Umständen sie gefangen wurden und was die Menschen im Spiel noch wissen über die Herkunft der allseits präsenten Mechs? Ob eine solche Erklärung in Textform, als Comic strip oder als Filmsequenz gezeigt wird wäre mir ja eigentlich egal, aber ohne ein Wort mitten in das Sklavenschiff geschmissen und allein gelassen fand ich gar nicht nett und trägt auch nicht zur Stimmung bei.

Über Trip erfahren wir im Verlauf des Spiels ja das Eine oder Andere, was uns auch der Figur näher bringt. Mir ist zwar nach wie vor nicht klar, warum Trip ihr ach so geliebtes Heimatdorf überhaupt jemals verlassen hat um sich gefangen nehmen zu lassen. Aber wahrscheinlich war die Gefangennahme auch wirklich der einzige Grund dafür das Dorf zu verlassen und ist daher eher dem Gamedesign geschuldet als der Logik.

Über Monkey, den wir während den 7-8 h Spieldauer ununterbrochen steuern, erfahren wir leider so wenig wie wir auch über den ganzen Hintergrund der Geschichte erfahren also rein gar nichts. Das wird im Spiel damit begründet, dass Monkey ein Einzelgänger sei und daher nie viel redet. Am Anfang passt das ja auch noch zur Story und so, aber am Ende, als sich Monkey und Trip immer näher kommen, passt es einfach nicht mehr. Es hätte dem Spiel, der Story und auch mir als Spieler echt gut getan, wenn Monkey etwas aufgetaut wäre. So leid es mir tut, wir erfahren mehr über Pigsy, der ja erst im letzten Drittel des Spiels überhaupt in Erscheinung tritt, als wir im gesamten Spiel über Monkey erfahren.

Nachdem ich das Spiel nun durch habe bin ich hin und her gerissen. Auf der einen Seite stehen die Schwächen die ich gerade beschrieben habe. Auf der anderen Seite steht der Spass, den ich mit dem Spiel trotz allem hatte. Ich habe selten so gelacht wie dort, wo sich Pigsy entscheidet, dass er sich jetzt an Trip heranmacht und ihr offenbart, dass er schon lange auf sie steht… oder bei der Szene in der alle drei zusammen mit der Rettungskapsel aus dem fliegenden VW Bus fliehen müssen. Ich denke, ich war durch die ganzen positiven Berichte im Netz einfach zu sehr gehyped auf das Spiel und daher enttäuscht, als ich es jetzt selbst gespielt habe.

Enslaved ist trotz der grossen Story Lücken kein schlechtes Spiel geworden, es macht Spass und ist auch nie unfair was den Schwierigkeitsgrad betrifft. Das Gameplay ist zwar sehr repetitiv und die Klettereinlagen sind so einfach zu meistern, dass man sie eigentlich auch durch Fahrstühle und Rolltreppen ersetzen könnte aber es macht trotzdem Spass die sehr schön gestaltete Welt von Enslaved zu erkunden. Die Story, oder besser gesagt den Teil der Story welcher im Spiel erzählt wird, ist sehr flüssig und ansprechend präsentiert und wird gut vorangetrieben so dass es nie langweilig wird.

Der einzige Bug der mir im Spiel aufgefallen ist sind sprachlich gemischte Zwischensequenzen. Dazu muss ich sagen, dass ich aus Kostengründen die englische PS3 Version gespielt habe, die ich per Versand aus England für CHF 40 kaufen konnte. Das ist rund die Hälfte des Schweizer Detailhandelspreises (danke an dieser Stelle an konsolendealz.de ihr macht einen super Job). In dieser Version sind einige Cutscenes in deutscher Sprache. Diese sind sehr viel leiser als die Spiel- und die Zwischensequenzen in englischer Sprache und natürlich auch von anderen Synchronsprechern gesprochen. Über das ganze Spiel verteilt sind rund ein Drittel der Cutscenes mit diesem Bug behaftet. Den Spielfluss stört das allerdings nicht und es hat auch sonst keinen Einfluss auf das Spielgeschehen, es ist einfach nur ein nervendes Detail.

Im grossen Ganzen hinterlässt Enslaved bei mir den Eindruck, dass es irgendwann sehr schnell gehen musste, weil man kurz vor Release stand und eigentlich noch nicht ganz fertig war. Das ist schade und leider eine Realität in der heutigen Gameindustrie. Den DLC rund um Pigsy habe ich mir nicht zugelegt, da er mich nicht interessiert. Falls in Zukunft noch ein DLC erscheint der die Storylücken schliesst, werde ich mich sicher ganz vorne anstellen. Die Welt von Enslaved hat mich nämlich durchaus in ihren Bann gezogen auch wenn sie mich nicht gerade versklavt hat.

Die Gewinner des POLYGON 2010

Jep es ist soweit… drüben bei Polyneux findet ihr einen ausführlichen Artikel darüber, welche Spiele, in welchen Kategorien mit wie viel Vorsprung gewonnen haben und wer es knapp nicht auf das Podest geschafft hat, aber dennoch erwähnenswert ist. Auf jeden Fall lesenswert.

Nach einem rundum gelungenen POLYGON 2010 danke ich der Crew von Polyneux für die Organisation und die fantastische Idee. Ich freue mich schon darauf den POLYGON 2011 zu vergeben.

Meine Nominierungen für den POLYGON 2010 findet ihr unter diesem Link.

Hier auf der Seite präsentiere ich euch die Gewinner sozusagen im Schnelldurchlauf als Fotogalerie. Viel Spass beim Anschauen.

Assassin’s Creed Brotherhood

Ezio Auditore da Firenze legt eine Ehrenrunde ein und kämpft im neuen Assassin’s Creed Brotherhood erneut gegen die Templer. Im aktuellen Review schauen wir uns die Singleplayer Kampagne genauer an und erklären, warum das Spiel sehr gut geworden ist, aber trotzdem einige Schwächen aufweist.

Cineastischer Einstieg

Dass es sich bei Brotherhood nicht um einen eigenständigen Assassin’s Creed Titel handelt, sondern um eine Fortsetzung des zweiten Teils, wird schon in den ersten Minuten klar. Die Story knüpft nahtlos an, wo AC 2 geendet hat. Wir befinden uns also im Vatikan und haben gerade erfolgreich dem „Spanier“ (dem amtierenden Papst) den Edenapfel abgenommen. Zusammen mit Mario Auditore, dem Onkel von Ezio, verlassen wir Rom und ziehen uns nach Monteriggioni zurück, wo wir uns auf einen gesegneten Ruhestand freuen und uns den *hust* Annehmlichkeiten *hust* einer Freundschaft mit Caterina Sforza, der Gräfin von Forli, erfreuen.

Leider währt unser Glück nicht lange: Monteriggioni wird von den wieder erstarkten Borgia angegriffen und wir müssen in Nullzeit unsere Rolle als erfolgreicher Liebhaber mit der Rolle des Verteidigers der Stadt eintauschen. In diesem Gefecht verlieren die Auditores den soeben gewonnenen Edenapfel wieder an Cesare Borgia, den neuen Heeresführer der vatikanischen Armeen und damit Oberbösewicht Nummer drei in den Assassin’s Creed Titeln. Ezio bleibt nichts anderes übrig, als nach Rom zu reisen und dort ein neues Hauptquartier der Assassinen aufzubauen – mit dem Ziel, den Borgia den Edenapfel erneut abzujagen.

Dieser gelungene Einstieg erwartet den Spieler von Brotherhood und auch wenn sich das Ganze nach 0-8-15 Storyaufguss anhört, so ist er dennoch äusserst cineastisch inszeniert und erklärt gleichzeitig gekonnt, warum Ezio plötzlich ohne all seine coolen Waffen und Rüstungen aus Teil zwei dasteht. Oder würdet ihr etwa mit Waffen und Rüstung in die Badewanne und danach ins Bett gehen? … Eben, hab ich mir doch gedacht, ich nämlich auch nicht. Mehr wollen wir aber hier nicht verraten und auch nicht weiter ins Detail gehen, das soll jeder Spieler und jede Spielerin selber herausfinden.

Gameplay und Neuerungen

Die ersten zwei Stunden in Rom gestalten sich etwas schwermütig. Ihr müsst erst mal alle bekannten Verbündeten aus Teil zwei erneut zu euren Verbündeten machen. Dies erreicht ihr mit dem Ablaufen von grossen Strecken in der Stadt und an den Zielpunkten mit dem Lösen einiger Tutorialquests, die euch gleich mit einigen Neuerungen des Spiels vertraut machen. Nach dem fulminanten Einstieg ins Spiel wirkt das ein bisschen lieblos und entlockt euch wahrscheinlich den einen oder anderen Gähner. Die Story und die Quests nehmen dann aber schnell an Fahrt auf und ihr dürft, wie schon aus dem Vorgänger bekannt, einige Labyrinthe erkunden, um an eine gute Rüstung zu kommen, Glyphen an Gebäuden finden, um hinter die „Wahrheit“ von Subjekt 16 zu kommen, und natürlich jede Menge Geld verdienen und ausgeben.

Neu ist, dass ihr nicht mehr an einen Punkt reisen müsst, um Läden etc. aufzubauen, sondern ihr könnt in ganz Rom verteilt die Läden finden, ausbauen und verdient mit jedem Ausbau automatisch mehr Geld. Blöd dabei ist nur, dass ihr auf der Karte keine Möglichkeit habt, euch nur die Läden einzublenden, die noch nicht ausgebaut wurden. Nach kurzer Zeit werdet ihr den Überblick total verlieren und nur noch herausfinden ob ein Laden schon ausgebaut wurde, wenn ihr es euch merkt oder wenn ihr davor steht. Allgemein kann man sagen, dass die Karte langsam aber sicher etwas überladen wirkt und all die kleinen Symbole zeitweise mehr verwirren als dass sie einem helfen. Man kann zwar die Symbole sehr fein einstellen und alles ausblenden, was man nicht sehen will, aber in der Einstellung „alles zeigen“ wirkt es dann doch arg unübersichtlich.

Neu sind auch die Borgia Türme, welche sehr gelungen ins Spiel integriert wurden. Auch das Bekämpfen und Befreien ebendieser macht wirklich Spass. Die Türme „kontrollieren“ einen Teil der Stadt. In diesem kontrollierten Teil kann kein einziger Laden gekauft werden, bis der Turm abgebrannt wurde. Um den Turm abbrennen zu können, muss man jedoch zuerst den Wachkommandanten des Turms um die Ecke bringen. Wie man das anstellt, ist dem Spieler komplett selber überlassen. Es empfiehlt sich allerdings die Türme zuerst gründlich auszukundschaften und dann die Strategie festzulegen, da alle Türme sehr verschieden aufgebaut sind und sich die Kommandanten an unterschiedlichen Positionen befinden oder sogar auf dem Areal des Turms patrouillieren. Teilweise gelingt das recht einfach und schnell, teilweise muss man auch verschiedenen Lösungswege probieren, um zum Ziel zu kommen. In solchen Aufträgen entfaltet sich das volle Potential von Assassin’s Creed nur schon dadurch, dass ich als Spieler wirklich meinen eigenen Weg finden kann, darf und sogar muss. Dabei kommt es stark auf meine Bewaffnung, meine Strategie und meine Gameplay-Vorlieben an. Ich behaupte einfach mal ohne es ausprobiert zu haben, dass jeder Turm genauso als „Haudrauf“-Assassine gemeistert werden kann, so wie er auch als Schleicher und beinahe anonym dem Erdboden gleich gemacht wird. Das Spiel nimmt mich und meine Entscheidungen als Spieler in solchen Situationen ernst, was mir sehr gefällt.

Die Bruderschaft – „Die Befreiung Roms hat begonnen!“

Die dritte große Neuerung im Spiel sind natürlich meine Assassinen-Rekruten, die ich ab einem gewissen Punkt im Spiel rekrutieren kann, indem ich einem von Wachen bedrängten Bürger aus der Patsche helfe. Immer wenn ich einen neuen Borgia Turm angezündet habe, kann ich einen neuen Assassinen rekrutieren. Die so entstehende Bruderschaft der Assassinen ist die beste Neuerung des Spiels und gleichzeitig wohl eine der umstrittensten bei Fans der alten Teile. Warum? Weil es das Spiel teilweise extrem vereinfacht und gleichzeitig beschleunigt. Minutenlange Kämpfe gegen 30 oder mehr Gegner gehören damit der Vergangenheit an. Dies einerseits, da Ezio im neuen Teil bedeutend offensiver und aggressiver kämpfen kann und sich kaum ein Kampf mit der alten Taktik von blocken und Konter gewinnen lässt. Andererseits aber eben durch die allgegenwärtige Unterstützung  der Assassinen. Diese können einfach auf Ziele angesetzt werden, welche dann automatisch durch die Bruderschaft bekämpft werden, oder sie können im Kampf als Hilfe gerufen werden um gegen eine extreme Übermacht anzukommen. Sobald man genug Assassinen hat, können mit dem Pfeilhagel auch innerhalb weniger Sekunden alle Gegner im unmittelbaren Umfeld durch Heckenschützen ausgeschaltet werden. Wie gesagt, dies vereinfacht das Spiel zwar an vielen Stellen, es beschleunigt es aber auch. In den Vorgängern haben die Gefechte mit vielen Gegnern zwar meistens Spaß gemacht, aber sie waren dann teilweise doch sehr lang und auch zu repetitiv. Mir persönlich gefällt diese Neuerung und Beschleunigung außerordentlich, sie passt zu dem Bild eines Assassinen, der sich katzengleich über Dächer schwingt und blitzschnell mit der Klinge hantiert, um seine Opfer zu töten und danach das Weite sucht.

Geld und Nebenquests

Ezio kann sich und seine Assassinen wie schon in den vorhergehenden Teilen selber aufleveln mit neuen Waffen, Rüstungteilen, Munitionsbeuteln und Giftfläschchen die bei den Händlern in der ganzen Stadt gekauft werden können. Geld dazu ist schon schnell zu Genüge vorhanden, da durch den Ausbau von Rom sehr schnell sehr viel Geld in die Bank und damit auf das Konto von Ezio fließt. Die Florin (Währung) fließen sogar so zahlreich, dass man es schnell nicht mehr nötig hat, die Stadt überhaupt weiter auszubauen, außer der Jäger- und Sammlertrieb packt den Spieler. Obwohl fast alles in der Stadt irgendwie ausgebaut, gekauft oder repariert werden kann, verändert sich das Stadtbild nur sehr unmerklich, was ebenfalls nicht dazu beiträgt, dass ich einen Ansporn finde, den Ausbau bis ins Detail zu verfolgen. Bei Läden werden zwar die brettervernagelten Auslagen durch Theken mit Verkäufern ersetzt und die Löcher in den Aquädukten der Stadt werden durch eine Reparatur wieder gefüllt, aber die ganzen großen Wahrzeichen von Rom wie das Pantheon oder das Kolosseum verändern sich nicht im Geringsten durch einen Kauf bzw. Aufbau.

Leonardo Da Vinci nimmt in Brotherhood leider nur noch eine sehr kleine Rolle in Anspruch und kann eher als Miniladen angesehen werden. Bei Leonardo können nämlich genau 3 Gegenstände gekauft werden, die Doppelklinge, der Greifhandschuh und eine Giftpfeilpistole. Diese sind zwar alle äußerst hilfreich, aber es ist auch schon alles, was man von Leonardo kaufen kann. Danach tritt er nur noch als Auftraggeber für Nebenquests auf, in denen es darum geht seine Kriegsmaschinen zu vernichten, die er unter Zwang für die Borgia bauen musste. Als Belohnung kriegt man nach dem Abschluss dieser Quests einen Fallschirm, der aber nahezu unnötig ist, da er nicht richtig funktioniert und auch nicht wirklich nötig ist. Dass er nicht funktioniert, hat offenbar mit einem Programmierfehler zu tun. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass ich 15 Fallschirme kaufe und nachdem einer ohne mein bewusstes Einwirken bei einem Sprung aus 5 Metern Höhe eingesetzt wurde, alle anderen einfach verschwinden. Aber wie gesagt, der Fallschirm ist nicht wichtig, ein Assassine darf eh nicht abstürzen und wenn doch, so hat er den Tod verdient und ist selber Schuld.
Das eigentlich Spannende an den Nebenquests von Leonardo sind die Quests selber. Man kann nämlich alle diese Kriegsmaschinen, bevor man sie zerstört, selber ausprobieren und das macht einen Heidenspass. Ob früheste Form von Maschinengewehr, Panzer, Raketenschiff oder Bomber, alles ist irgendwie dabei und macht richtig Laune. Ich kann also nur sagen, wenn Nebenquests gelöst werden wollen, dann sicher die von Leonardo.

Könnt ihr euch noch an die Assassinengräber aus Teil zwei erinnern? Habt ihr sie alle gelöst? Habt ihr euch teilweise etwas über die Kletterpartien aufgeregt oder sogar gelangweilt? In Brotherhood gibt es keine Gräber mehr, dafür gibt es jetzt 6 Schreine der Anhänger von Romulus zu erkunden. Diesmal ist es bedeutend abwechslungsreicher und auch irgendwie stimmig in die Story eingebunden. Es geht immer noch oft darum, lange und anspruchsvolle Kletterpartien zu meistern, hat aber neuerdings auch integrierte Storyelemente, Verfolgunsgjagden und grosse Kampfszenen, die sogar miteinander kombiniert werden. Alles in allem eine gelungene Mischung, die sich durchaus lohnt zu spielen. Nicht ganz so gut wie die Aufträge von Leonardo, aber dennoch spielenswert. Das einzige, was mich gestört hat, ist die Rüstung, die man als Belohnung am Schluss erhält: Die Brutusrüstung ist zwar die stärkste Rüstung im ganzen Spiel, aber es ist gleichzeitig die mit Abstand hässlichste Rüstung, die ich in einem Assassin’s Creed jemals gesehen habe. Da lobe ich mir doch die coole Rüstung von Altair, die wir noch im zweiten Teil freispielen konnten. Das müsst ihr beim nächsten Teil also wieder besser hinkriegen, Ubisoft.

Desmond

Ihr könnt in Brotherhood jederzeit den Animus verlassen und als Desmond mit euren Mitstreitern sprechen. Leider ist das ganze etwas unzusammenhängend und ohne grosses Konzept geblieben. So könnt ihr beispielsweise jede Menge, mehr oder weniger nutzloser, Informationen in den Gesprächen mit euren Kollegen erfahren. Ihr dürft eigene Emails und die Emails von euren Kollegen an einem Computer lesen und erfahrt dadurch etwas über ihre Gedanken und Befürchtungen. Wirklich Sinn macht das ganze aber leider nicht und es bringt euch auch keinen Mehrwert für das eigentliche Spielerlebnis. Im Gegenteil, immer wenn ich den Animus verlassen habe, um zu sehen, was es in der „richtigen“ Welt Neues gibt, war ich enttäuscht und wollte so schnell wie möglich wieder zurück nach Rom, um mit Ezio über die Dächer zu hüpfen. Ich denke Ubisoft versucht uns da die Kernstory rund um Desmond etwas mehr ans Herz zu legen. Dies fände ich ja nicht mal schlecht, da die Story am Anfang und am Ende von Desmond direkt getragen wird und ihr ihn auch direkt spielt, wie das ja schon bei den anderen Assassin’s Creed Teilen der Fall war. Diesmal kommt es aber irgendwie herz- und konzeptlos daher, was den Spielfluss eher stört und die beabsichtigte Tiefe nicht herzustellen vermag. Dass Desmond und Lucy sich ineinander verguckt haben, kann ich auch herausfinden, ohne dass ich ihre Emails lesen muss, in denen sie Angst um ihn hat.

Fazit

Zusammengefasst kann ich sagen, dass Assassin’s Creed Brotherhood ein würdiger Nachfolger des sehr guten zweiten Teils geworden ist. Die Neuerungen sind größtenteils sehr gut durchdacht und auch vom Gameplay her stimmig und die paar Schwächen fallen nicht so sehr ins Gewicht, dass es stören würde. Für Fans der Vorgänger ein absoluter Kaufbefehl! Für Neueinsteiger eher schwierig, da der Einstieg erstens direkt in die Story von Teil zwei einklinkt und zweitens die Steuerung so gut wie gar nicht erklärt wird. Leuten, die sich jetzt dafür interessieren, aber die Vorgänger nicht gespielt haben, rate ich dringend zuerst mindestens Assassin’s Creed 2 zu spielen. Teil eins ist meines Erachtens nicht unbedingt notwendig, aber durchaus auch einen Kauf wert, obwohl dort das Gameplay noch nicht so ausgereift dahergekommen ist. Die gesamte Story rund um Desmond, die Assassinen und ihren Kampf gegen die Templer erschließt sich allerdings nur, wenn man die Teile einen nach dem anderen spielt. Ich freue mich auf jeden Fall auf den nächsten Teil und warte sehnsüchtig auf ein Releasedatum und erste Bilder und/oder Videos.

ANMERKUNG: Dieses Review ist auch auf meiner Partnerseite meplaying.de erschienen.

POLYGON – Spieleaward

Die Kollegen von Polyneux hatten die famose Idee nach den eher enttäuschenden VGA’s (guter Artikel dazu bei otixero.de) einen eigenen Award für das/die Lieblingsspiel/e der deutschsprachigen Spieleblogs ins Leben zu rufen.

Da mache ich doch gerne mit, weil ich die Idee klasse finde und auch gerne bei einem solchen gemeinsamen Projekt mitwirke. Sollte es übrigens viel öfter geben…

Hier also meine ganz persönlichen Nominierungen.

Kategorie PC/Mac

Assassin’s Creed 2: Das Spiel ist auf den Konsolen zwar schon im Jahr 2009 erschienen aber erst im März 2010 auf dem PC angekommen und erst gerade kürzlich auch nativ auf dem MAC.

Kategorie PlayStation 3

Singularity: War für mich DER Überraschungstitel in diesem Jahr und daher auch meine Nomination als bestes Spiel. Auch wenn viel kopiert wurde war das Spiel für mich sehr gut ausgewogen und hat jede Menge Spass gemacht. Hier findet ihr das Review dazu.

Kategorie Xbox 360

Limbo: Zwar bis jetzt erst kurz bei einem Freund zuhause angespielt und mangels einer XBOX360 im eigenen Haushalt (mal sehen was Weihnachten bringt :)) noch nicht weitergespielt. Aber der kurze Blick hat gereicht um mich in das Spiel zu verlieben.

Kategorie Wii

Hab ich nicht, kenn ich nicht, kann ich nicht sagen.

Kategorie Eigenständiger Download-only-Titel (XBL/PSN/WiiWare/PC-Indie)

Limbo zum zweiten

Kategorie DLC/AddOn

Ist für mich nichts so richtig heraus gestochen. Red Dead Redemption – Undead Nightmare hab ich nicht gespielt, aber das würde wahrscheinlich am ehesten Punkten. Ich lasse die Kategorie aber dennoch aus und nominiere nichts.

Kategorie Handheld/Mobil (iOS, DS, PSP, Android ,etc.)

Helsings Fire: Da ich in der Mitte des Jahres von meinem iPhone 3G auf ein HTC Desire umgestiegen bin und auf dem HTC ja bekanntlich Android läuft, kam ich leider nicht mehr in den Genuss der tollen iOS Titel der zweiten Jahrshälfte. Und so leid es mir tut, auf Android läuft noch nicht viel gutes was die Spiele betrifft.

Ich werde natürlich hier im Blog auch wieder über die Ergebnisse des POLYGON Awards informieren sobald die Gewinnerspiele feststehen. Und jetzt seid ihr gefordert liebe Leser, was waren eure Top Spiele im vergangenen Jahr 2010. Stellt doch eure Liste in den Kommentaren zusammen.

by the way: Ich habe mich dafür entschieden je Kategorie nur ein Game zu nominieren weil ich mich erstens gerne auf etwas (Einzahl) konzentriere und weil zweitens weniger oft mehr ist :-p

James Bond 007: Blood Stone

Spielen auf Schienen, das ist in etwa das Gefühl, das einen von Anfang an begleitet, wenn man das neue James Bond Blood Stone spielt. Kurz zusammengefasst: Null Innovation, null Schwierigkeit, null Grafik. Alles, was man sieht, ist irgendwo geklaut oder einfach schlecht kopiert. Ich hatte seit langem wieder mal wirklich Bedenken ein Spiel fertig zu spielen, weil es mich teilweise so gelangweilt hat.

Aber beginnen wir doch am Anfang: Die ersten Minuten sind ja recht spaßig und es kommt auch sowas wie 007-Stimmung auf. Das Intro ist direkt im Game und wird selber gespielt. Wie von den Bond-Filmen gewohnt, kommt der Titelsong und eine kunstvolle Animation erst nach den ersten Szenen und die eigentliche Story beginnt danach.

Steuerung – Alles Banal

In dieser ersten Sequenz wird man sehr rudimentär in die Steuerung eingeführt, das heißt man lernt zu Prügeln und zu Schießen – und das war’s vorerst auch schon. Später im Spiel bekommt man noch ein Smartphone, mit dem man ALLES sieht und das auch noch kurz erklärt wird, aber dazu später mehr. Diese kurze Einführung in die Steuerung reicht vollkommen aus, da das Spiel absolut keine Ansprüche an niemanden stellt. Die einzige Herausforderung des Spiels ist es, die richtige Deckung zu wählen, aus der man dann alle Gegner aufs Korn nehmen kann oder in der man einfach nur wartet bis ein Gegner um die Ecke schaut und ihn dann mit einem Drücker auf eine Taste verprügelt.

Ja genau, ihr lest richtig, die Prügeleien, die in den Teaservideos alle so super cool ausgesehen haben, machen wirklich nichts mehr als super cool auszusehen. Alle Attacken von „Hand“ lassen sich mit einem  einzigen Drücker auf eine Taste auslösen. Danach seht ihr ein Quick Time Event, das den Gegner beseitigt und in dem ihr unsterblich seid. Dann geht es weiter mit der sinnbefreiten Ballerei. Eine andere Taste lässt euch in die Deckung hechten, in der ihr ebenfalls nicht zu verwunden seid, außer ein Gegner ist ausnahmsweise mal so gescheit, dass er eure Deckung umläuft, was aber nur passieren kann, wenn ihr kurz mal auf dem WC seid und einfach keine Lust hattet die Pause-Taste zu drücken.

Aber noch nicht genug: Als zusätzliche Erleichterung habt ihr die Fokus-Funktion. Wenn ihr Gegner wie eben beschrieben mit der Hand ausschaltet, laden sich maximal drei Fokuspunkte auf. Mit jedem Fokuspunkt könnt ihr nun einen Gegner killen, ohne dass der reagieren kann. Diese „instant kill“-Funktion erinnert stark an das letzte Splinter Cell, mit dem Unterschied, dass ich als Bond nicht von der Decke hängen kann. Dann hab ich noch das Smartphone. Mit dem kann ich durch Wände sehen und alle Gegner entdecken, es zeigt mir, wie ich durch das Level komme, welche Fässer und Flaschen explodieren wenn ich drauf schieße und was überhaupt beschießbar ist. Wenn man bis jetzt noch einen Funken an Spannung und Schwierigkeit gefunden hat, dann ist er nun im Smartphone untergegangen.

Back to the 70’s

Kommen wir zur Grafik und Technik. Die ist teilweise so grottenschlecht, dass ich an einigen Stellen verwundert stehen blieb, in die Runde geschaut habe und mich gefragt habe, ob die Entwickler das wirklich ernst meinen. Ein kleines Beispiel: in einer Mission befinde ich mich in Nizza und laufe durch einen Park, während über dem Meer ein Feuerwerk abgebrannt wird. Im Park stehen Leute herum, die das Feuerwerk betrachten. Das tönt doch eigentlich ganz nett – nur, dass die Feuerwerksgrafik so schlecht ist, dass mir fast das Mittagessen wieder hochgekommen ist.

Die Explosionen am Himmel sehen doch echt aus als wenn sie aus Pong und den 1970ern entsprungen wären – es sind nur Pixel, die in den Himmel gezeichnet werden. Mir ist da gerade ein alter Screensaver in den Sinn gekommen, der mal vor 1o Jahren auf allen SUN Solaris (UNIX) Rechnern als Standard installiert war, nur dass dieser schon komplexere Animationen hatte als James Bond Blood Stone heute 2010 bietet. Dazu kommen noch die Audiokommentare der NPC’s im Spiel, die gerade mal 2 Sätze drauf haben. Einer lautet sinngemäss: „Ach wie schön ist doch das Feuerwerk“. Der andere: „Ich liebe solche Abende“ (der genaue Wortlaut ist mir leider aus Langeweile entfallen). Diese beiden Sätze werden nun bis zum Erbrechen wiederholt, wenn man neben den NPCs stehen bleibt. Also bitte, Activision Blizzard und Bizarre Creations, das kann doch nicht euer Ernst sein.

Gib Gas und es lässt Krachen

So, nun zu dem einzigen Guten, was ich an dem Spiel lassen kann. Die Verfolgungsjagden. Diese sind wirklich gut inszeniert und machen auch Spaß. Man fühlt sich zwar immer wie in einem Split/Second Rennen, weil alles rundherum in die Luft fliegt und sich die Strecke teilweise vor den eigenen Rädern in Luft auflöst, aber das macht nicht viel aus. Die Steuerung ist zwar nicht so gut, wie bei einem reinrassigen Rennspiel, aber sie ist durchaus mit einem x-beliebigen Arcade Racer zu vergleichen. Die Grafik wirkt auch gleich viel schöner in den Renneinlagen und nicht mehr so platt und texturarm wie im Rest des Spiels. Leider gibt es im ganzen Spiel nur 4 oder 5 solcher Verfolgungsjagden, aber in diesen Szenen merkt man, dass der Entwickler Bizarre Creations früher für Project Gotham Racing und im laufenden Jahr auch für Blur Verantwortung zeigte. Sie hätten sich evtl. besser auf das konzentriert, was sie schon gut können und weiterhin Rennspiele produzieren sollen.

Bösewicht, Ober-Bösewicht, Ober-Ober-Bösewicht… Wer behält da noch den Überblick?

Gehen wir noch kurz auf die Story ein: Die beginnt irgendwie ganz gut für einen Bond, hat dann in der Mitte eine komische Wende, die ich nicht nachvollziehen kann und am Schluss im Epilog wiederholt sich das Ganze nochmals. Ich habe zwar nicht begriffen, warum in der Hälfte des Spiels der Bösewicht stirbt und dann urplötzlich aus dem Nichts ein Neuer auftaucht und das am Schluss nochmals. Beides wird nicht erklärt oder durch Bond recherchiert, er weiss es einfach… Aber er ist ja James Bond, 007, Agent des MI6 und das war ja früher schon oft so. Alles in allem kann ich aber sagen, dass die Story nicht besser oder schlechter ist, wie man es von Bond halt gewohnt ist. Die einen lieben es, die anderen nicht, PUNKT.

Was mich aber echt stört ist, dass ich bis heute keine Ahnung habe, warum das Game „Blood Stone“ heisst. Der Name hat absolut nichts mit der Story zu tun (oder nichts, das ich mitgekriegt hätte. Falls doch, belehrt mich doch bitte in den Kommentaren eines besseren). Soviel ich weiß, hätte der nächste Film „Blood Stone“ geheißen, wenn nicht MGM das Geld ausgegangen wäre. Inwieweit sich die Story des Games mit der des Films gedeckt hätte, weiß ich leider nicht. So wie es jetzt steht, ist Blood Stone einfach nur ein „cooler“ Name, aber nichts weiter.

Fazit

Blood Stone als Titel vom Grabbeltisch ist für Fans von James Bond ein Blick Wert, aber auch nur, wenn man gerade auch wirklich nichts anderes mehr zum Spielen hat und sicher nicht als Vollpreistitel. Alle anderen: Lasst die Finger davon. So leid es mir tut und auch wenn ich nicht weiß, wer wem genau welchen Auftrag vergeben hat, aber unter diesen Umständen verstehe ich, dass Activision Blizzard das Studio Bizarre Creations schließen oder verkaufen wollen, wie diese Woche bekannt wurde. James Bond Blood Stone war leider gar nichts.

ANMERKUNG: Dieses Review ist auch auf meiner Partnerseite meplaying.de erschienen.