Uncharted 2: Bombastische Inzenierung

Ich weiss, ich weiss. Das Spiel ist schon eine ganze Weile draussen und alle haben schon dazu geschrieben und gefilmt. Aber ich bin in der letzten Woche leihweise zu einer PS3 gekommen und bin daher erst in den letzten Tagen in den Genuss dieses Edelsteins von Game gekommen.

Ich kenne den Vorgänger leider nicht und habe mich vor dem Spielen auch nicht über das Game informiert. Ich habe mir lediglich von einem Freund sagen lassen, ich soll das Teil mal anspielen. Da ich wie gesagt keine PS3 habe hat das jetzt eben eine Weile gedauert.

Uncharted 2… zuerst mal hatte ich keine Ahnung was der Name bedeutet, da mein Englisch nicht so aus dem Vollen schöpfen kann. Dict.leo hat mich dann aufgeklärt: Uncharted bedeutet, nicht entworfen, auf keiner Karte verzeichnet, unbekannt, unerforscht. Hmm… also etwa ähnlich wie ich mich fühle mit meiner geliehenen PS3… ein gutes Spiel um einzusteigen.

Die Story beginnt mitten in der Geschichte und wird am Anfang mit Zwischensequenzen und Spielelementen erzählt. Diese Passage ist auch gleichzeitig das „learning by doing tutorial“. Durch Rückblenden wird der Beginn der Geschichte erklärt und nach diversen Filmsequenzen in Gamegrafik steigt man gleich in die erste Mission ein und spielt danach die Story nach bis zu dem Anfangszeitpunkt und noch viel weiter.

Das alles ist auf Hollywood Niveau inszeniert und wirkt bombastisch vom Anfang bis zum Ende. Grafisch ist das Game auf der Höhe der Zeit und hat die besten animierten Gesichter und Mimik, die ich je in einem Game gesehen habe. Die Story kann es gut mit einem Plot aus den Indiana Jones Filmen aufnehmen und überzeugt meistens. Dies ist mal eine willkommene Abwechslung zum ewigen Storyeinheitsbrei der modernwarfareisierten Gamelandschaft in der zuerst die Level designt werden und danach irgend jemandem noch einfällt, dass man ja evtl. auch noch eine Story bräuchte. Uncharted 2 setzt dabei voll auf Action, Humor und kratzt am Tiefgang der menschlichen Beziehungen obwohl es dann doch nicht schaft, diesen zu erzeugen. Die Action und der Humor stehen dabei im Vordergrund. Mit gefühlten hunderten von Scriptsequenzen werden dabei blöde Sprüche, einstürzende Häuser, explodierende Gegner/Fahrzeuge/Immobilien und nervenaufreibende Spannung erzeugt. Der Eindruck der dabei entsteht ist … ich kann es nur nochmals sagen … BOMBASTISCH.

Die Schwächen des Spiels liegen bei der Steuerung und der Spielerführung. Die Steuerung ist sehr hackelig. Wenn ich sie als Beispiel mit Assassin’s Creed II vergleiche, dass auch sonst in der Spielart zu vergleichen ist (mal abgesehen vom ballern), dann fühlt sich das bei Uncharted 2 alles irgendwie schwammig an. Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen, wieviel ich beim Klettern oder springen über Abgründe einen ungewollten Freitod erlebt habe. Irgendwie reagiert die Steuerung immer zu früh oder zu späht und das haben viele andere Games schon besser hin gekriegt. Die zweite Kritik gibt es für die teils mangelhafte Spielerführung. Im Spiel gibt es immer mal wieder Kletterrätsel und Parcours, die man überwinden muss, um an einen bestimmten Punkt zu gelangen. In den meisten Fällen kriegt man nach kurzer Zeit, in der man falsche Wege probiert oder inaktiv herumsteht, einen Tipp des Spiels den man annehmen kann aber nicht muss. Diese Tipps sind immer sehr gut gehalten und erleichtern nur den Einstieg und lösen nicht gleich das ganze Rätsel. Leider gibt es mehrere Passagen, bei denen die Tipps nicht auftauchen und man plötzlich vor einem Abgrund steht und nicht mehr weiter weiss. Man ist dann gezwungen viele Sachen zu probieren und stürzt dabei unzählige male ab.

Als Fazit kann ich aber nur sagen, GEBT MIR MEHR DAVON!!! Die Stärken des Games sind überragend, die Schwächen zwar vorhanden, aber in Anbetracht der spannenden Stunden mit dem Spiel ertragbar und niemals so unfair, dass sich eine zu grosse Frustration einstellt. Ich kann nur sagen, wer es noch nicht gespielt hat, soll das unbedingt nachholen… Notfalls mit einer geliehenen PS3 :-)